
Lang ist es her, dass ich mich an den Laptop gesetzt habe, um einen Artikel zu meiner Musical-Reise zu schreiben. Ehrlich gesagt, ich weiß gar nicht mehr so genau, wie das geht. 😅 Aber meine Lust, wieder zu schreiben, ist zurück! Also sage ich: Willkommen zurück und viel Spaß bei einem neuen Artikel über meine Reise nach Frankfurt, um mir die Tour-Version von "Elisabeth" das Musical anzuschauen.
Kurz zur Erklärung: Ich habe mir insgesamt drei Shows angeschaut, werde diese aber etwas zusammenfassen. Ich frage mich nur immer, wer sich freiwillig drei Artikel zum gleichen Stück durchliest. 🤔
Also, es war der 2. Januar, und ich machte mich mit der Deutschen Bahn auf den Weg nach Frankfurt. In Frankfurt angekommen, ging es erstmal zum Hotel, um meine Sachen abzulegen und mich etwas frisch zu machen. Danach machte ich mich auf den Weg zur Abendvorstellung von "Elisabeth".
Als ich an der Alten Oper ankam, war ich gleich begeistert – sowohl von außen als auch von innen. Drinnen angekommen, schaute ich mich ein wenig um. Zuletzt war ich hier bei einer Vorstellung von "Dirty Dancing". Wollt ihr dazu noch einen Beitrag? Dann kommentiert gerne unter diesem Artikel!
Kommen wir zurück zu Elisabeth: Ich schaue mich also im Theater um und suche direkt die Besetzungsliste für die heutige Show. Dank Noah wusste ich, dass diese direkt am Eingang zu finden ist. Hier kann man auch die Besetzung für die anderen Shows sehen.
Als ich die Besetzungsliste anschaute, fiel mir sofort auf, dass sie nicht wie geplant war. Eigentlich hatte ich vor, drei Shows mit Roberta Valentini zu sehen, die eine der Kaiserinnen Elisabeth war. Leider war sie erkrankt und konnte ihre letzten geplanten Frankfurt-Shows nicht mehr spielen. Das war wirklich schade, aber niemand kann etwas dafür, wenn er krank wird – und ich wusste ja, dass ich nicht zum letzten Mal hier sein würde. (Kleiner Spoiler: Von sieben geplanten Shows mit Roberta habe ich sie bisher nur einmal erleben dürfen. 😅)
Aber ich muss sagen: Die Covern waren ebenfalls großartig, jeder auf seine eigene Weise. Aber dazu später mehr. Jetzt ging es erstmal auf meinen Platz im Saal.
2. Januar 2025 19:30 Uhr
Elisabeth - Sofie de Schryer
Der Tod - Christian Funk
Lucheni - Nicolas Boris Christhal
Kaiser Franz Josef - Dennis Henschel
Erzherzogin Sophie - Ariane Swoboda
Erzherzog Rudolf - Frederik Stuhllemmer
Herzogin Ludovika - Janis van Dorsselaer
Herzog Max von Bayern - Claus Dam
Kleiner Rudolf - Philipp
3. Januar 2025 14:30 Uhr
Elisabeth - Kristine Emde
Der Tod - Christian Funk
Lucheni - Nicolas Boris Christhal
Kaiser Franz Josef - Christoph Apfelbeck
Erzherzogin Sophie - Ariane Swoboda
Erzherzog Rudolf - Dennis Hupka
Herzogin Ludovika - Janis van Dorsselaer
Herzog Max von Bayern - Claus Dam
Kleiner Rudolf - Sam
3. Januar 2025 19:30 Uhr
Elisabeth - Sofie de Schryer
Der Tod - Lukas Mayer
Lucheni - Nicolas Boris Christhal
Kaiser Franz Josef - Christoph Apfelbeck
Erzherzogin Sophie - Ariane Swoboda
Erzherzog Rudolf - Dennis Hupka
Herzogin Ludovika - Janis van Dorsselaer
Herzog Max von Bayern - Claus Dam
Kleiner Rudolf - Elliot

Das Bühnenbild ist wirklich toll gemacht, auch wenn es sich nur um eine Tour-Version handelt. Das bedeutet, dass kurze Szenen dargestellt werden und alle Lieder mit passenden Kostümen auf der Bühne präsentiert werden. Das Orchester sitzt dabei nicht im Orchestergraben, sondern ist direkt in das Bühnenbild integriert. Ich mag diese Umsetzung sehr. Die kleinen Szenen ziehen dich in das Geschehen hinein, und du bist sofort in der Geschichte von Kaiserin Elisabeth gefangen.
Kommen wir zurück zur Show: Die Vorstellung beginnt, und der Mörder sowie Geschichtenerzähler Lucheni betritt die Bühne. Er führt das Publikum mit sarkastischen und oft spöttischen Kommentaren durch den Abend. Dabei wird er immer wieder verhört und soll begründen, warum er Kaiserin Elisabeth ermordet hat. Doch für Lucheni gibt es nur eine Antwort: Sie wollte es selbst. Im Laufe des Stücks zeigt sich, dass nicht nur das Attentat, sondern ihr gesamtes Leben sie immer mehr in die Arme des Todes getrieben hat.
Dann geht es zurück in die Kindheit von Sissi, die unbeschwert mit ihrer Schwester Sophie aufwächst. Als sie älter wird, verliebt sich Franz Joseph, der eigentlich für ihre Schwester bestimmt war, in sie. Im Verlauf des Stücks wird immer deutlicher, dass Sissi nicht die fügsame Kaiserin ist, die der Hof erwartet. Nach ihrer Krönung zur Kaiserin versucht Franz Josefs Mutter, sie nach ihren Vorstellungen zu formen. Doch Elisabeth ist eine eigenständige Frau und will sich nicht den strengen Regeln des Wiener Hofes unterwerfen. Sie kämpft für ihre Freiheit und versucht, allen – besonders Franz und seiner Mutter – klarzumachen, dass sie niemandem gehört außer sich selbst.
Sissis Leben ist geprägt von Verlust und Rastlosigkeit. Als sie ihre erste Tochter Sophie verliert, zieht sie sich immer mehr zurück. Auch ihr späterer Sohn Rudolf wird unter den strengen Augen seiner Großmutter zum Kaiser erzogen, während Sissi versucht, ihm Liebe und Freiraum zu geben. Doch das gelingt ihr nicht, und Rudolf wird zunehmend verzweifelter. Schließlich endet sein Leben tragisch, als er sich das Leben nimmt – ein weiteres Ereignis, das Sissi dem Tod näherbringt.
Der Tod ist in diesem Stück nicht nur eine Metapher, sondern eine eigenständige Figur, die Elisabeth ihr ganzes Leben lang begleitet. Er erscheint als verführerischer Schatten, der sie immer wieder umwirbt und ihr verspricht, sie aus ihrer Einsamkeit zu erlösen. Während Franz Joseph seine Frau auf seine Weise liebt, ist es der Tod, der sie wirklich versteht. Am Ende ist es Lucheni, der Sissi ermordet, doch in Wahrheit scheint sie den Tod schon lange erwartet zu haben.
Das Finale zeigt, dass Elisabeth letztlich nicht nur physisch stirbt, sondern sich auch symbolisch dem Tod hingibt. Sie hat gegen das System gekämpft, ihre Freiheit gesucht – und doch war es der Tod, der sie am Ende für sich gewinnt.
Es ist ein wirklich beeindruckendes Stück, und ich liebe jede einzelne Szene. Besonders die kleinen Nebenszenen gefallen mir sehr, da sie die Geschichte noch lebendiger machen. Die Kostüme sind großartig gestaltet, und besonders Sissis Kleider sind wunderschön und stark an den Originalen inspiriert. Auch die Lieder des Musicals sind fantastisch geschrieben. Mein persönliches Lieblingslied bleibt *"Ich gehör nur mir"*, in dem Sissi allen zeigt, dass sie sich nicht unterordnen lässt und ihr egal ist, was andere über sie denken. Aber auch das Duett zwischen Sissi und Franz im zweiten Akt, *"Bote in der Nacht"*, mag ich sehr.
Es wird nicht zu allen Darstellern einen ausführlichen Bericht geben, da dies den Rahmen sprengen würde. Hier könnt ihr jedoch einen Bericht über meine Highlights lesen:
Darsteller - Elisabeth das Musical
Die Darstellerinnen der Kaiserin Elisabeth haben mich wirklich beeindruckt – jede auf ihre ganz eigene Weise. Die erste, die ich gesehen habe, war Sofie. Sofie habe ich damals in Hamburg zum ersten Mal als Anna in *Die Eiskönigin* erlebt und war wirklich begeistert. Sie hat die Rolle mit einer unglaublichen Intensität gespielt. Ihre Stimme war einfach überwältigend – kraftvoll und gleichzeitig zart, besonders in den emotionalen Momenten, wenn Elisabeth mit ihren inneren Konflikten kämpft. Sie hat es geschafft, die Zerrissenheit der Figur zwischen Pflicht und persönlichem Wunsch so authentisch darzustellen, dass ich wirklich mit ihr mitgefühlt habe. Ihre Mimik und Gestik waren perfekt auf die Emotionen abgestimmt, die sie vermitteln wollte, und es fühlte sich nie gespielt an.

Sofie de Schryer

Kristine Emde
Als Zweites in der Mittagsshow durfte ich Kristine erleben, und auch sie war einzigartig. Sie brachte eine ganz andere Energie in die Rolle. Ihre Elisabeth war lebendig und voller Charisma, was der Figur eine andere, fast jugendlichere Seite verlieh. Ihre Stimme war ebenso stark, aber sie hatte eine Leichtigkeit, die in manchen Szenen sehr erfrischend wirkte. Besonders beeindruckend fand ich, wie sie die widersprüchlichen Aspekte der Figur – die verletzliche, aber auch stolze Kaiserin – zur Geltung brachte. Auch sie hatte eine starke Bühnenpräsenz und eine tolle Chemie mit den anderen Darstellern, besonders mit Kaiser Franz Joseph. Man konnte die Spannung und die Gefühle zwischen den beiden richtig spüren. Es war faszinierend, wie jede der beiden Darstellerinnen ihre eigene Interpretation von Elisabeth eingebracht hat.
Ich kannte Christopher schon aus anderen Stücken, aber in der Rolle von Kaiser Franz Joseph hat er mich wirklich überrascht. Er hat die Figur auf eine ganz neue Weise zum Leben erweckt, die ich so von ihm nicht erwartet hatte. Seine Stimme war kraftvoll, aber auch unglaublich feinfühlig, besonders in den emotionalen Momenten, als Franz Joseph mit seiner Liebe zu Elisabeth und seiner Pflicht als Kaiser kämpft. Es war, als ob er jede innere Zerrissenheit dieser Figur in jeder Note hörbar gemacht hat – das hat mich wirklich berührt.
Was mich am meisten überrascht hat, war, wie tief er in die Rolle eingetaucht ist. Ich kannte ihn bereits aus anderen Musicals, aber hier zeigte er eine andere, fast verletzliche Seite. Die Zerrissenheit zwischen der Stärke eines Kaisers und den Zweifeln eines Mannes, der seine Frau liebt, aber gleichzeitig für das Wohl seines Reiches verantwortlich ist, hat er so authentisch dargestellt, dass ich jedes Mal mit ihm mitgefühlt habe.

Christoph Apfelbeck
Besonders in den Szenen mit Elisabeth war seine Darstellung voller Intensität, aber auch unglaublich zart. Die Chemie zwischen den beiden war so stark, dass es fast wehtat, ihre Konflikte zu sehen. Ich hatte das Gefühl, hautnah dabei zu sein, als er versuchte, die Balance zwischen seiner Rolle als Kaiser und seiner Liebe zu Elisabeth zu finden.
Es war wirklich faszinierend zu sehen, wie er sich in dieser Rolle weiterentwickelt hat, und ich war nach jeder Szene einfach tief berührt von seiner Darstellung.
In der ersten Show durfte ich Christian Funke als Tod erleben. Seine beeindruckende Stimme und seine starke Bühnenpräsenz fielen sofort auf. Besonders gut hat mir auch das Zusammenspiel zwischen ihm und Sofie sowie Kristine gefallen, die ich in der zweiten Show zusammen erleben konnte. Die Chemie zwischen den Darstellern war einfach spürbar und hat das Erlebnis noch intensiver gemacht.

Christina Funk

Lukas Mayer
In der letzten Abendshow durfte ich dann auch Lukas Mayer, die Erstbesetzung des Todes, erleben. Einfach nur wow – seine Stimme ist unglaublich stark! Er hat mich sofort mit seiner verführerischen Art in seinen Bann gezogen, und ich hätte selbst fast alles für ihn getan. 😅 Besonders gut hat mir auch sein Spiel mit Sofie gefallen und wie er Rudolf in seinen Bann gezogen hat. (Dank Franzi weiß ich jetzt auch, warum er eine Peitsche mit auf die Bühne bringt).

Kommen wir zu Lucheni. Ich durfte in allen Shows Nicolas sehen, und ich war von der ersten Sekunde an begeistert. Zuletzt hatte ich ihn in Stuttgart in Die Vampire und Aladdin erlebt, was natürlich ganz andere Rollen waren. Ich mag seine Stimme und die Art, wie er Lucheni verkörpert. Er spielt die Figur auf eine sehr interessante Weise – etwas genervt von der ganzen Welt und gleichzeitig amüsant.
Nicolas Boris Christhal

Ein wirklich toller Rudolf! Ich hoffe, dass ich Frederik noch einmal erleben darf, denn schon in Stuttgart als Alfred ist er mir positiv aufgefallen. Seine Stimme ist wirklich schön und sehr sanft. Man glaubt ihm auch vollkommen, dass er seine Mutter geliebt hat und einfach nur ein bisschen mehr Aufmerksamkeit wollte.
Frederik Stuhllemmer
StageDoor

Wenn ich schon mal da bin, kann ich doch auch zur Stage Door in Frankfurt gehen, um ein paar der Darsteller zu treffen. Ich konnte ein Autogramm von Lukas Mayer und auch von Sofie abstauben. Mit ihr habe ich dann auch noch ein Foto gemacht. Sie waren alle wirklich herzlich und haben sich sehr gefreut.
Das wars mit drei wunderschönen Shows in Frankfurt, kommen wir im nächsten Artikel zu Show in München....
Wenn ihr noch mehr sehen wollt zu den drei Shows oder weitern, dann schaut doch bei mir auf Instagram vorbei. Link findet ihr in meinen Kontakten.
Kommentar schreiben